Testfeld eFliegen BW –Forschungsflugfeld zum elektrischen und autonomen Fliegen Baden-Württemberg

Informationen zum Testfeld für elektrisches und autonomes Fliegen

Das Testfeld eFliegen BW ist eine Forschungseinrichtung zum elektrischen und autonomen Fliegen. Die Universität Stuttgart erhielt 2019 eine Zuwendung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, um einen solchen Forschungsstandort gemeinsam mit den Partnern Fraunhofer-Gesellschaft und Forum LR BW e.V., sowie weiteren Unterauftragnehmern wie Volocopter, Thales und Droniq, aufzubauen. Das iFR leitet dieses Vorhaben und wird unterstützt von den Instituten für Flugzeugbau, Luftfahrtsystemen und Navigation der Fakultät 6 der Universität Stuttgart.

Obwohl Forschungsflüge bereits stattgefunden haben, werden die Forschungsstandorte erst gegen Ende 2020 oder in 2021 fertiggestellt sein. Bis dahin werden die Aktivitäten zur Fertigstellung andauern. Sie beinhalten:

  • Erstellung von Bodeninfrastruktur,
  • Vereinbarungen mit den Behörden zu Aufstiegsgenehmigungen für Drohnen,
  • Einrichtung von Abläufen für den Betrieb von unbemannten Fluggeräten mit den bestehenden Flugplatzbewegungen und
  • Verwaltung und Organisation des Forschungsflugfelds.

Das Forschungsflugfeld wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben, welchen die Universität Stuttgart leitet.

Das Forschungsflugfeld ist in zwei separate Testfelder unterteilt, welche jeweils an herkömmlichen Flugplätzen mit geregeltem Tower-Betrieb und Wetterstation beheimatet sind. Das Testfeld für urbanes Fliegen befindet sich in Lahr (ICAO code EDTL) und das Testfeld für autonomen Flug liegt  in Mengen (ICAO code EDTM).

Standorte der beiden Testfelder
Übersicht der Testfeld-Standorte in Baden-Württemberg
Erster Drohnenflug in EDTM

Beide Testfelder werden mit Hangarplätzen inklusive Büroräumlichkeiten und einer kleinen Werkstatt ausgestattet sein.

Am Testfeld für urbanes Fliegen (EDTL) ist der ununterbrochene Betrieb während des ganzes Jahres wichtig, sodass ein beheizbares Zelt und eine Wetterstation verfügbar sein werden. Für das Testen von Fluggeräten der Urban Air Mobility werden eine elektrische Ladestation und ein großes Batterielager aufgestellt werden. Der Flughafen besitzt eine große, asphaltierte Start- und Landebahn (300 m x 45 m) und einige Rollbahnen und VTOL-Plätze für den Betrieb unterschiedlicher Arten von Fluggeräten auf dem Flughafengelände. Da sich der Flughafen in einem städtischen Umfeld befindet, werden Flugbewegungen außerhalb des Flughafengeländes nahe an Besiedlung und Infrastruktur befinden und zusätzliche Genehmigungen benötigen. Ein anderer Anwendungsfall könnten Flugtests zur Erprobung multimodaler Verkehrskonzepte in Großstädten darstellen.

Geplante VLOS and BVLOS Betriebszonen in EDTM
Geplante VLOS and BVLOS Betriebszonen in EDTM

Das Testfeld für autonomes Fliegen (EDTM) wird mit unterschiedlichen Systemen zur präzisen Navigation und Ortung basierend auf RTK-Lösungen und verschlüsselten Kommunikationssysteme mit hoher Reichweite ausgestattet. Die Luftraumüberwachung wird mit einem kompakten Primärradar für Drohnen und passiven Sensoren wie ADS-B und FLARM durchgeführt werden. Die Daten werden in einer Bodenstation verarbeitet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Der Flugplatz besitzt zwei kleine Start- und Landebahnen aus Asphalt (1600 m x 30 m) und Gras (700 m x 30 m). Es befindet sich in einem sehr ländlichen Gebiet, sodass Flüge außerhalb des Flugplatzes möglich sein werden. Die Vereinbarungen mit dem Regierungspräsidium Stuttgart werden es dem Nutzer ermöglichen, Flugtests mit mittelgroßen Drohnen (bis 25 kg) durchzuführen ohne zusätzliche Genehmigungen einholen zu müssen. Diese Genehmigung wird Flüge in VLOS auf und in der Nähe des Flugplatzes beinhalten, sowie Flüge in einem speziellen BVLOS Testbereich 2 km entfernt vom Flugplatz. In der Nähe befindet sich auch ein segregierter Luftraum, welcher möglicherweise für kritischere Flugtests zur Verfügung stehen könnte.

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